Ein Land mit bewegter Geschichte

Afghanische Landschaft
Landschaft aus dem Norden des Landes

Afghanistan ist ein Binnenstaat in Vorderasien und liegt an der Nahtstelle zwischen Zentral- und Südasien. Es gibt zahlreiche Legenden über die Besiedlung Afghanistans. Fest steht, dass das Land auf eine lange und reiche Geschichte zurückblicken kann und von kultureller, religiöser und sprachlicher Vielfalt geprägt ist.

Der Name des heutigen Afghanistan wird zum ersten Mal im Anglo-Persischen Vertrag von 1801 erwähnt. In der Antike war Afghanistan Teil des Perserreiches. Alexander der Große gründete die Städte Kandahar und Herat, und im 13. Jahrhundert brachten die Mongolen die Region unter ihre Herrschaft.

Im 19. Jahrhundert geriet das Land zunehmend in den Einflussbereich der beiden Großmächte England und Russland. Nach blutigen Kriegen (Anglo-Afghanische Kriege, ab 1839) erlangte Afghanistan im Jahr 1919 seine Unabhängigkeit.

Abgesehen von einem neun Monate dauernden Bürgerkrieg, erlebte das Land von 1919 bis 1973 eine lange Zeit des Friedens. Die Monarchen verpflichteten sich zu Neutralität und Blockfreiheit. Nach dem Putsch von 1973 und dem Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1979 brach in Afghanistan einer der blutigsten Bürgerkriege mit Millionen von Toten und Verletzten aus. Etwa sechs Millionen Afghanen flohen in die Nachbarländer.

Nach der Unterzeichnung des Genfer Abkommens (1988) zog die Rote Armee 1989 aus Afghanistan ab, 1992 stürzte in Kabul die letzte kommunistische Regierung. In der Hauptstadt allerdings setzten verfeindete Mujaheddin-Gruppen den Kampf um die Vorherrschaft mit unverminderter Härte fort.

Ein Großteil Kabuls wurde in diesem Bürgerkrieg zerstört. Geschätzte 60.000 bis 80.000 Zivilisten verloren ihr Leben, Hunderttausende verließen die Stadt.

Dieses Machtvakuum nutzte die anfänglich kleine Gruppe der Taliban, um in kurzer Zeit den Großteil des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Nur die im Norden Afghanistans unter der Führung von Ahmad Shah Massud geschlossene Allianz konnte sich ihnen widersetzen. Von 1996 bis 2001 beherrschten die Taliban das Land. Die vom Frieden getragene anfängliche Euphorie der Bevölkerung verflog allerdings schnell angesichts harter Repressalien und einer wirtschaftlichen Miesere.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet Afghanistan erneut in den Fokus der internationalen Gemeinschaft. Um die Drahtzieher der Anschläge zur Rechenschaft zu ziehen, begann am 7. Oktober 2001 die US-Luftwaffe damit, Stellungen der Taliban zu bombardieren. Gleichzeitig unternahm die Nordallianz den Versuch, die Kampflinien der Taliban zu durchbrechen. Im November desselben Jahres brach der Widerstand der Taliban zusammen.

Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz in Bonn (27. 11. – 5. 12. 2001), die unter Aufsicht der Vereinten Nationen tagte, konnten sich die verschiedenen afghanischen Gruppierungen auf einen Zeitplan für den politischen Wiederaufbau und auf eine Übergangsregierung einigen.

2002 bestätigte die Loya Dschirga (große Ratsversammlung) Hamid Karsai als Präsidenten der Übergangsregierung. Im Januar 2004 wurde die Verfassung des Landes verabschiedet und die „Islamische Republik Afghanistan“ proklamiert. In den Jahren 2004 und 2009 fanden zwei weitere Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt, aus denen Hamid Karsai jeweils als Sieger hervorging.

Im April 2014 durfte sich Karsai gemäß der Verfassung nicht mehr zur Wahl stellen. Im ersten Wahlgang konnte keiner der angetretenen Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Nach der Stichwahl am 14. Juni 2014 und der erhobenen schweren Manipulationsvorwürfen einigten sich schließlich die Kontrahenten Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani darauf, eine Einheitsregierung zu bilden. Am 29  September 2014 nahmen beide offiziell die Arbeit auf und versprachen, bei der Bewältigung der großen Herausforderungen zusammenzuarbeiten.

Quelle: Afghanistan - Wegweiser zur Geschichte (2009)

Impressions from Afghanistan

Buzkaschi ist ein traditionelles Reiterspiel in Afghanistan. Ziel des Spiels ist es, die tote Ziege (Buz) zu erlangen, sie an einem ca. 800 Meter entfernten Pfosten vorbei zu bringen und vor dem Preisrichter abzulegen. Erfolgreiche Buzkaschi-Reiter genießen hohes Ansehen.

Karawane - Für viele Menschen aus den entfernten Ortschaften Afghanistans dienen Kamele und Esel als immer noch Transportmittel.

Faizabad City

Faizabad City

Bauernfamilie - Etwa 2/3 der Bevölkerung leben wie diese Bauernfamilie aus dem Norden Afghanistans von der Landwirtschaft.

Landwirtschaft - Nur 6% der Flächen in Afghanistan sind landwirtschaftlich nutzbar und müssen in der Regel künstlich bewässert werden

Kabul, Mazari Road - Die Hauptstadt Kabul ist mit seinen geschätzten 3-4 Mio. Einwohnern die größte Stadt Afghanistans und sowohl wirtschaftliches als auch kulturelles Zentrum des Landes.

Kabul, City - Aufgrund des enormen Zuwachses der Verkehrsmittel in den letzten Jahren sind die Menschen wie hier in der Hauptstadt großen Umweltproblemen ausgesetzt.

Kabul, Nebenstraße

Drachenläufer - ein beliebtes Freizeitvergnügen der vielen Jugendlichen. Es ist ein Wettkampf, bei dem versucht wird durch geschicktes Manövrieren des eigenen Drachens die Schnur des Gegners zu durchtrennen und dessen Drachen zum Absturz zu bringen.

Landschaften aus dem Norden des Landes

Im Frühjahr machen sich viele Schäfer mit ihrer Herde wochenlang auf den Weg zu guten Weiden. Wenn die Tiere – erschöpft und abgemagert – das furchtbare Grasland erreicht haben, bleiben sie mehrere Monate dort. Anschließend kehren sie gut genährt zurück und werden zum Schlachten verkauft.

Landschaften aus dem Norden des Landes

Straßenhändler - Wie dieser Straßenhändler aus der Hauptstadt Kabul versuchen viele Menschen in Afghanistan als Tagelöhner und Straßenhändler etwas zum Familieneinkommen beizutragen. Der Tagesverdienst dieses Straßenhändlers liegt bei 1-2 Dollar.

Schäferjunge - Es gibt viele Kinder, wie dieser Schäferjunge, die nicht zur Schule gehen können. Entweder müssen sie die Vaterrolle übernehmen oder die Familie ist auf ihren Zuverdienst angewiesen.

Schuster - Das Einkommen dieses Handwerkers liegt bei 3-4 Dollar pro Tag. Als Alleinverdiener muss er damit seine Großfamilie durchbringen.

Schuhputzer - Diese beiden Jungen aus Kabul führen ihre Putzmittel stets mit zur Schule, um direkt nach der Schule ihrer Tätigkeit nachzugehen, oft ohne eine Mittagsmalzeit. „Laut UNICEF, im Jahr 2011 waren ca. 30 % der Kinder zwischen 5 und 14 Jahre in Afghanistan in Kinderarbeit beschäftigt.“

Volleyball ist ein beliebtes Freizeitvergnügen vieler Kinder und  Jugendlicher, aber es gibt zu wenige Sportplätze wie diese.

Wasserträger - Wie dieser Junge aus Kabul Versorgen viele Kinder ihre Familien täglich mit dem Trinkwasser aus dem öffentlichen Brunnen.

Sakhi (heiliger Schrein) - Sakhi ist ein heiliger muslimischer Schrein in Kabul. Über 99% der Afghanen sind Muslime.